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kurzgeschichten

20
Jan
2009

I hoßß den Frühling…


Mäaz

beim Billa
Laungsaum schlända i duach de Regale. Aha, da Paprika is in Aktion… Wiebitte? Aktion nennan de des? San de aus Goid oda wos? Na und de Paradeisa eascht, na danke!! Des kennan sa sie ghoidn…Doschau! De große Milka… na des is scho a Aungebot. Do nimm i ma glei zwa… hob äh scho laung nix mehr gnoscht. Naujo, und dea Nussschdrudl doda, dea is owa aa ned teia… head damit. So jez nuameha de Schnitzln, a Bia, de Müch und es Kotznfuada… jez hobi ois…

zaus
So, gschwind de Müch in Eiskostn… de Schocklad… ah wos, do brich i ma glei a Rippal owe… hmmmm… es gähd hoid nix iwa a Noisette. Glei no Schtickl… so, jez owa ins Kastl damid. Gaunz weit hintare. Wie hö dass draußn scho is! I glaub die Heizung brauchi heit nimma aufdrahn. Jez kauman scho riachn, en Frühling… schee is des. Auwo wos is jez los? Wieso gengan denn meine Fiaß scho wieda zu dem Kastl mid da Schocklad?

Aprü

bei da Andrea im Goatn
Wos? An Schokokuchn host gmocht? Pfaui, supa! Jo, kloa… gib ma glei a uandlichs Schtikl… ahhh Niss san aa drin… jo jo… sicha mid Schlogobas, is eh scho wuascht. Sog wie geht’s eigentlich dem Ossi? Host wieda amoi wos ghead von eam? Oiso es is sooo leiwaund, dass ma heit scho im Goatn sitzn kenna… findsd ned?

a Telefongeschpräch
Hallo? Elis am Apparat… Jo seawas Hedi! Wia geht’s? Fein.. jo, gähd äh… na suupa schee is heit… asssoooo… laufn gäh? Du, des is liab vo dia, i woit äh scho de gaunze Zeit wieda amoi, owa grod heit gähds auf goa kann foi. I hob en Edi vaschprochn, dass i eam a Tiramisu moch… und de kumman aa daun nocha zua Jausn… wos? joooo i waß äh… ned bes sei… es näxte moi… gö?

Mei

vuam Gwaundkostn
OK, wöches Leibal ziagi au? Eigentlich kennt i scho des kuaze, enge mid de Schpagettiträga nehma… heit is äh so woam draußn… GÄH BITTEEE, des gibt’s do ned!! Na, unmöglich kauni des auziagn! Schau da des au, iwaroi de Schpekfoitn… komisch… i kaun doch hechstns aaa zwa Kilo zuagnumma haum? Aus is! I muaß wieda aufhean mid dea deppadn Noscharei!!!

beim Billa
oiso am Süßichkeitnregal bini vuabei… pfff…gschofft… dafia nimmi ma glei an gaunzn Sock Karottn mid… fias Feansehn… schmeckn jo aa guad… und gsund sans außadem! a aprozentichs Joghuat, Hoibfettmüch, Knäckebrot… pfau, i bin sowos von stoiz auf mi! Supa… kane Leit bei da Kassa… mim Bankomat bitte…........... äm... ööö... jo…........... de Smartis ghean aa no dazua…

© bei da Elis Rotter

5
Jun
2008

Blau…


Er stand schon tagelang im Dunkeln. Schulter an Schulter mit seinen 15 Kollegen wartete er darauf, endlich zum Einsatz zu kommen. Man hatte ihnen erklärt, ihre Aufgabe wäre von äußerster Wichtigkeit dabei jedoch mit höchster Diskretion zu behandeln. Tagelang mussten sie diverse Sicherheitschecks über sich ergehen lassen. Ihre Tauglichkeit wurde geprüft, ihre Ausdauer getestet. Nun, nachdem sie alle Prüfungen mit Auszeichnung bestanden hatten, hieß es warten, warten auf den großen Tag.

Und endlich, die Klappe wurde geöffnet. Alle 16 streckten begierig ihre Köpfe in den Lichtstrahl. Doch ER wurde aus der Menge herausgezogen. IHN hatte sie erwählt. Sie, das war eine üppige Rothaarige mit dicken sinnlichen Lippen. Hastig begannen ihre Finger an ihm herum zu nesteln, suchten fieberhaft nach der Öffnung seines Anzuges. „Ah, die Alte will mich aufreißen“ - dachte er und freudige Erregung machte sich in ihm breit. Schnell ging er im Geiste nochmals die Checkliste durch, versuchte sich zu erinnern, was sie ihm aufgetragen hatten, doch da lag er schon nackt in ihren Händen. Sanft schob sie ihn seiner Bestimmung zu. Es wurde wieder dunkel um ihn, warm und wohlig war es hier, gierig begann er zu saugen, nichts Anderes hatte er mehr im Sinn. Er sog und sog, er schwoll an, wuchs über sich hinaus, ja war geradezu trunken. Es ging über Stunden, doch allmählich begann er überzulaufen. Seine Aufnahmefähigkeit hatte die Grenze erreicht. Der große Augenblick musste bald kommen, sie hatten es ihm versprochen…

Da, plötzlich ein Ruck, ein Ziehen und er landete unsanft im kalten Wasser. So, war das nicht ausgemacht gewesen, nein! Entrüstet konnte er grade noch erkennen, dass er nicht blau geworden war. Blau hätte er nun sein sollen… blau…genauso wie in der Werbung! Doch alles an ihm war rot… blutrot, schrecklich, abstoßend und schleimig.

Der Tampon konnte gerade noch einen kurzen wütenden Blick auf die Lippen der Rothaarigen werfen, da wurde er von einem gewaltigen Schwall Wassers erfasst und in die Tiefe gerissen.

(c) by Elis Rotter
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